Glorfmorph.de

GlorfMorph

Alles was Spaß macht

14. Oktober 2007 um 12:30

Zwangsräumung eines Klosters

Gerade ging es darum, ob die Kirche die Gebäude verkaufen soll oder nicht. Und nun geht es um den Fall, was passiert, wenn eine Gruppe sich abspaltet und aus dem Orden geworfen wird. Eine Nonne hatte eine Offenbarung und alle Schwestern folgten ihr begeistert, nur der Vatikan konnte mit dem “neuen Wort Gottes” nicht viel anfangen und wusste sich nicht anders zu helfen als die Schwestern rauszuwerfen…

Das ist die harmlose Version. Wie der 2-jährige Konflikt dann wirklich ablief, ist kaum zu glauben:

Die apokalyptische Visionen der Oberin sprachen von der nahenden Herrschaft des Teufels, die weder ihr Orden, noch die polnische katholische Kirche, noch der Vatikan anerkennen wollten. Die Nonnen stellten sich hinter die Oberin und brachen den Kontakt zum Orden ab.

Die Kongregation der „Schwestern der Familie von Bethanien“ wurde in Polen 1930 gegründet. Sie ist dem Kapuzinerorden angegliedert. Nach ihrer Absetzung rief die charismatische Äbtissin Ordensschwestern aus ganz Polen zu sich ins Kloster nach Kazimierz, von wo aus sie einen «Kirchenfrühling» organisieren wollte.

Der Konflikt eskalierte, als der Vatikan im vergangenen Dezember die aufständischen Nonnen aus dem Orden ausschloss. Das war das Zeichen zur offenen Revolte. Die Frauen verbarrikadierten Fenster und Türen, verstreuten Glassplitter auf den Wegen des Hofes und bauten das Kloster so zu einer Art kleinen Festung aus.

Ob die Ordnungskräft dabei an “Waco” denken mussten, weiß ich nicht. Das Großaufgebot an Polizei in Polen war jedenfalls beachtlich. Die Räumung war erfolgreich, aber ich glaube nicht, dass der Konflikt damit beendet wurde. Ich weiß nicht was der Inhalt der apokalyptischen Visionen war, deshalb kann ich mir kein Urteil erlauben. Aber irgendwie kommt mir das Vorgehen nicht angemessen vor.

Hier sind die Details: Nonnen vs. Staatsmacht - Zwangsräumung eines Klosters

14. Oktober 2007 um 12:22

Kirchen verkaufen?

In dem Betrag “Würde Nathan der Weise Kirchen an Muslime verkaufen?” wird diskutiert, dass die evangelische und katholische Kirche keine Kirchengebäude an islamische Gemeinden verkaufen würde.

Schon vor über vier Jahren hat es einem Autor in einem Islam-Forum den “Atem verschlagen”, als eine Sprecherin der evangelischen Landeskirche in Bielefeld erklärte, dass der Verkauf von Kirchen an jüdische und christliche Gemeinden erlaubt sei, der Verkauf an muslimische Gemeinden aber strengsten untersagt werde. “Es gibt eine entsprechende Empfehlung an unsere Gemeinden”, bestätigte sie laut Artikel vom 10. Juli 2003.

Denn: Auch ein nicht mehr als Gotteshaus genutztes Kirchengebäude werde in der Bevölkerung noch als Kirche wahrgenommen. Werde sie an eine muslimische Gemeinde verkauft, verstünden das viele nicht. Bei einem Verkauf beispielsweise an eine jüdische Gemeinde sei das anders: “Hier steht unser Glaube auf einer gemeinsamen Grundlage.”

An der Stelle bin ich echt total egoistisch: Bevor eine der großen Kirchen die Gebäude verkauft, fände ich es echt besser, wenn sie die Kirchen an die vielen jungen christlichen Gemeinden verschenken, die sich in den letzten 10 Jahren gebildet haben. Meinetwegen mit der vertraglichen Verpflichtung sie nicht an kommerzielle Interessenten weiterzuverkaufen.

Natürlich fände ich es noch besser, wenn sie die leeren Kirchen nutzen würden, um selber neue Gemeinden zu gründen, wie das vor einiger Zeit in Groß-Britannien war. Ich habe da schon lange nichts mehr drüber gehört, aber vor 10 Jahren war das ein Erfolgsmodell.

|